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09.11.2019 | Hersteller

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So sieht die Situation bei SAP aus

SAP steht vor einer Weichenstellung. Die neuen Chefs müssen dem Konzern schnell ihren Stempel aufdrücken: Was im Unternehmen los ist, was Analysten sagen und wie die Aktie läuft.


Von: Redaktion ChannelObserver

WAS IM UNTERNEHMEN LOS IST: Die Walldorfer wollen in den kommenden Jahren die Früchte der milliardenschweren Investitionen in das Geschäft mit Cloudsoftware ernten. Auch die eigene Kernsoftware zur Unternehmenssteuerung läuft in der neuen Version S4 Hana wahlweise über das Internet in Rechenzentren und wird im Abonnentenmodell bezahlt. Zusätzlich gab McDermott viel Geld für Zukäufe aus, zuletzt 2,4 Milliarden Dollar für den Vertriebsspezialisten Callidus und 8 Milliarden Dollar für den Marktdatensammler Qualtrics. Auch der Reisekostenabrechner Concur kostete 2014 rund 8 Milliarden Dollar. Lange bremste das schnelle Wachstum der noch nicht so lukrativen Cloudgeschäfte die Profitabilität aus, zudem fehlten die hohen Einmalzahlungen für Lizenzsoftware. Früher rühmte sich SAP mit Margen von über 30 Prozent des Betriebsgewinns (Ebit). Zum letzten Mal in einem Gesamtjahr hatte SAP die Marke 2016 knapp erreicht. Erzrivale Oracle lag auch zuletzt noch komfortabel über dem Wert. Zwar sind die Geschäfte von SAP nicht eins zu eins mit Oracle vergleichbar, dennoch soll Schluss sein mit dem Margenschwund. McDermott gab vor, dass die Kennzahl in den kommenden fünf Jahren um insgesamt fünf Prozentpunkte klettern soll. Umsetzen müssen das nun die beiden neuen Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein. Sie wollen den Investoren am Dienstag auf einem Kapitalmarkttag vorstellen, wie das vonstatten gehen soll.

Klar ist, dass vor allem die Cloudsoftware nun zeigen muss, dass sie so profitabel sein kann wie das angestammte Lizenzgeschäft. Dabei sitzt dem Konzern der Cloudprimus Salesforce aus den USA im Nacken, der die Deutschen auch beim Gesamtumsatz überflügeln will. SAP will dagegen halten und sieht seine Vorteile vor allem in einem runden Angebot für die Kunden. Interessiert zusehen dürfte beim anstehenden Kapitalmarkttag wohl auch der umtriebige US-Investor Paul Singer, der im April eine Beteiligung an SAP in Höhe von 1,2 Milliarden Euro bekanntgab. In den Führungsetagen ist der Amerikaner mit seinem Hedgefonds Elliott nicht gern gesehen, weil er sich lautstark in die strategischen Belange der Unternehmen einmischt, um den Wert seiner in aller Regel recht geringen Beteiligungen in die Höhe zu treiben. Es wird sich zeigen müssen, ob Elliott nicht doch mehr Unruhe stiftet, als den Walldorfern lieb ist.
DAS SAGEN ANALYSTEN: Die bereits angekündigten höheren Ausschüttungen über Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe im kommenden Jahr würden die Anleger wohl nicht mehr als besonders positive Überraschung werten, schreibt JPMorgan-Analystin Stacy Pollard. Das SAP-Management hatte einen solchen Schritt bereits im April in Aussicht gestellt. Der Betrag von bis zu 1,5 Milliarden Euro dürfte aber Anklang finden, so die Expertin. Auf dem Kapitalmarkttag könnte das Unternehmen aber ein mehrjähriges Programm vorstellen, mit dem Anleger zusätzlich Geld von der Firma erhalten würden. Auch Mohammed Moawalla von Goldman Sachs glaubt, dass SAP dank des von ihm erwarteten Wachstums beim Mittelzufluss Raum für höhere Ausschüttungen in der mittleren Frist hat. Er bezieht für die Jahre 2021 bis 2023 jeweils 2 Milliarden Euro an Sonderausschüttungen in seine Berechnungen ein. Selbst dann sei SAP noch gering verschuldet und habe finanziellen Spielraum, schreibt er. Zudem rechnet der Experte auf der Veranstaltung mit mehr Klarheit zur Entwicklung der Margen. UBS-Experte Michael Briest könnte sich vorstellen, dass SAP Aktienrückkäufe zwar jährlich neu ankündigt, aber den Investoren immerhin etwas Orientierung dazu geben will. Bei den im dpa-AFX-Analyser erfassten Analysten zeigt sich eine generell sehr positive Haltung zur Aktie. 16 von 23 Experten raten zum Kauf, 7 zum Halten und keiner zum Verkauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 128 Euro. Aktuell liegt der Kurs bei rund 122 Euro. Auf der nächste Seite lesen Sie, wie die Aktie zuletzt lief.

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