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18.05.2015 | Distribution

Distribution

So geht es mit Littlebit weiter

Erst eitel Sonnenschein, dann handfester Hauskrach bei Littlebit. Gründer Patrick Matzinger hat in Altenstadt das Ruder übernommen und berichtet uns, wie es mit dem Distributor weitergehen soll.


Von: Wolfgang Kühn

Patrick Matzinger im Gespräch mit ChannelObserver

Die erste Personalie verkündete Littlebit Technology offiziell: Deutschland Geschäftsführer Andreas Arndt hat den Distributor verlassen. Das war Ende März. Die zweite Personalie wurde nie kommentiert: COO Natalie Kremer wurde zum gleichen Zeitpunkt beurlaubt. Die Beurlaubung, so Littlebit-Gründer und Verwaltungsratspräsident Patrick Matzinger, sei kein Anlass gewesen, um darüber öffentlich zu sprechen. Dass beide Führungskräfte Hals über Kopf den Distributor verlassen mussten, begründet Matzinger im Gespräch mit ChannelObserver mit zu großen Differenzen zur Strategie des Unternehmens. «Wir haben viele und lange Diskussionen geführt, aber Andreas Arndt hatte andere Vorstellungen über den Kurs im Unternehmen.» Dabei hinterließen alle Drei zur CeBIT noch einen einigermaßen harmonischen Eindruck. Gleichwohl brodelte es im Hintergrund bereits kräftig. «Nach der Messe hatten sich die Diskussionen zugespitzt», erklärt Matzinger. Deshalb habe man sich am 30. März getrennt, obwohl er Arndt «als Person sehr schätzt», und es auch «keine Animositäten» zwischen Arndt und Kremer auf der einen Seite und ihm auf der anderen Seite gegeben habe. Und warum wurde Natalie Kremer am gleichen Tag beurlaubt? «Die Beiden haben rund drei Jahre das Unternehmen geführt und sind immer auf gleicher Linie gewesen.» Äußerungen aus dem Unternehmen, wonach Arndt und Kremer den Vertriebsbereich personell weiter ausbauen wollten, kommentiert Matzinger nicht. Sein, Matzingers Ziel sei es, Lösungsthemen in den Fokus der deutschen Gesellschaft zu rücken, «ohne das angestammte Business zu vernachlässigen.»

Nach der Trennung von Arndt und Kremer hat Matzinger vorläufig das Ruder im hessischen Altenstadt übernommen. Denn auf die Schnelle sei ein Nachfolger für den ausgeschiedenen Deutschland-Geschäftsführer nicht zu finden. «Es gab, obwohl wir noch nicht aktiv mit der Suche begonnen haben, schon Nachfragen, aber es waren nicht die richtigen Kandidaten.» Deshalb sei noch alles offen. Der Littlebit-Chef rechnet frühestens zum Jahreswechsel mit einem neuen Geschäftsführer. Bis dahin werde er das operative Geschäft in Altenstadt leiten. Und das bereite ihm nach 15 Jahren, also der Gründung des Unternehmens, wieder Spaß, «auch wenn ich bei einigen Sachen, die anfangs auf mich zukamen, doch erst mal überlegen musste, wie das geht.»

Für das laufende Geschäftsjahr strebt er einen Gruppenumsatz von etwa 300 Millionen Euro an, wobei der Umsatzschwerpunkt im Stammland Schweiz liegt. Dort schloss die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr mit etwa 150 Millionen Euro ab. Im laufenden Jahr ist ein Umsatzzuwachs von etwa fünf Prozent geplant. «Dagegen ist Deutschland noch recht klein», bemerkt er. Ungeachtet dessen erwartet Matzinger, dass sich «die deutsche Gesellschaft in ein bis zwei Jahren auf dem Umsatzniveau der Schweiz befinden wird.» Derzeit beschäftigt die Gruppe etwa 130 Mitarbeiter, davon rund 40 in Deutschland und vier im Vertriebsbüro in Österreich.

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