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06.10.2013 | Retail

Retail

„Media Markt wirbt wie ein Teppichhändler“

Media Markt-Gründer Walter Gunz kritisiert die aktuelle Werbeaktion des Retailers: Es sei gefährlich gewesen, alle Filialen zu schließen. Media Markt werbe wie ein Teppichhändler.


Von: Redaktion ChannelObserver

Media Markt-Gründer Walter Gunz kritisiert die aktuelle Werbeaktion von Media Markt. Der Retailer schloss am 2. Oktober sämtliche Filialen und den Online-Shop und versprach danach eine „Neueröffnung“ mit großartigen Angeboten. „Als Werbung kann man es vielleicht machen, es ist aber gefährlich. Es ist eine Masche. Kennen Sie die Teppichhändler-Methode? Die werben ja auch immer mit Totalausverkauf. So lange, bis ihnen keiner mehr glaubt. Das beschädigt die Glaubwürdigkeit. Media Markt wirbt mit dieser Aktion jetzt wie ein Teppichhändler“, so Gunz in einem Interview mit der Welt am Sonntag. Walter Gunz gründete mit Leo Stiefel und Helga und Erich Kellerhals Media Markt. Im Jahr 2000 verkaufte er seine letzten Anteile. Jetzt hat er mit „Ich war doch nicht blöd“ ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben. 

Der Ex-Manager, Gunz lebt heute in Marrakesch, kritisiert auch die ausschließliche Fixierung der Flächenmärkte auf den Preis: „Wenn Sie zur Anpassung nicht mehr fähig sind, haben Sie ein Problem. Bei Media Markt ist es die eindimensionale Fixierung auf den Preis. Natürlich muss der Preis stimmen, aber Sie müssen auch andere Qualitäten haben. Im Online-Zeitalter ist es irgendwo anders immer billiger.“ Gunz glaubt allerdings nicht, dass das Internet das Ende der stationären Filialen bedeutet. „Die Fachhändler haben sich zu teils sehr erfolgreichen Gemeinschaften zusammengeschlossen wie Euronics oder Expert. Und wenn ein Kaufhaus oder ein Fachmarkt nicht mehr läuft, dann hat das sehr viel öfter damit zu tun, dass sie unfähig zur Veränderung, zur Anpassung sind. Es ist eine Frage des Personals und des Konzepts.“


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