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18.03.2017 | Hersteller

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Falsche Microsoft-Mitarbeiter verhaftet

Falsche Microsoft-Mitarbeiter boten nach Infizierung von Windows-Rechnern kostenpflichtige Support-Dienstleistungen an. Jetzt schlug die Polizei zu.


Von: Redaktion ChannelObserver

Cybercrime-Center von Microsoft

Die Wilhelmshavener Polizei hat zwei Tatverdächtige vorläufig festgenommen sowie umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Die beiden Verdächtigen haben mutmaßlich für eine international operierende Tätergruppe gearbeitet, die sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgibt und per Telefon kostenpflichtige Support-Dienstleistungen für mit Schadsoftware infizierte Windows-Rechner anbietet, so der Vorwurf. Demnach wurden Rechner von Anwendern gesperrt, die Webseiten von unseriösen Quellen aufgerufen hatten. Auf dem Sperrbildschirm erschien eine 0800-Telefonnummer, unter der die Betrüger Hilfe anboten. Die angeblichen Microsoft-Mitarbeiter wollten dann das System gegen Bezahlung wieder freischalten. Microsoft habe die Behörden mit seiner Digital Crimes Unit unterstützt, teilte der Hersteller mit.

«Wir begrüßen das engagierte Vorgehen der Behörden gegen Callcenter, die unter falscher Identität Computernutzer einschüchtern und in eine Betrugsmasche verwickeln», sagt Joachim Rosenögger, Ermittler bei der Digital Crimes Unit von Microsoft. Der Anbieter weist darauf hin, dass es weitere Betrugsversuche gebe. Dabei werde Verbrauchern, die bereits Opfer der Betrüger geworden sind, die Rückzahlung der von ihnen bezahlten Gebühren für den Fall in Aussicht gestellt, dass ein noch fehlender Betrag eingezahlt wird. Bei diesen erneuten Betrügereien entstünden mitunter Schäden im vier- bis fünfstelligen Bereich. Microsoft rät Anwendern dazu, telefonische Betrugsversuche umgehend zu beenden und auf keinen Fall Fremdsoftware für ihr Endgerät zu erwerben oder zu installieren. Stattdessen sollten Betroffene die Polizei aufsuchen und den Betrugsversuch dort anzeigen.


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