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30.06.2016 | Hersteller

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Digitale Transformation: Cisco startet Initiative für Partner

Cisco schreibt sich die Digitale Transformation auf die Agenda. Der Mittelstand soll über Partner adressiert werden, wie Channel-Chefin Jutta Gräfensteiner betont. 14 Partner sind bereits dabei.


Von: Klaus Hauptfleisch

Channel-Chefin Jutta Gräfensteiner

Cisco sieht sich nicht nur als Hersteller von Netzwerkprodukten, sondern investiert massiv in die Förderung von Innovationen im Bereich der Digitalisierung. Gerade in Deutschland sei dies mit Riesenchancen für die Partner verbunden, wie Channel-Chefin Jutta Gräfensteiner anlässlich eines Pressetermins in München betont. Auffällig ist, dass die Channel-Chefin einfach nur von «Digitalisierung» spricht und nicht von «Digitaler Transformation», die teilweise schon zur inhaltslosen Worthülse verkommen ist. Um speziell den deutschen Mittelstand anzusprechen, hat Cisco mit 14 strategischen Partnern die sogenannte «Innovation Alliance» ins Leben gerufen, die künftig für weitere Partner geöffnet werden soll. Und auch das 2015 gegründete Innovationszentrum «openBerlin» soll mit zweitätigen Workshops für Partner und ihre Kunden Innovationen im Bereich der Digitalisierung vorantreiben.

Dass die Initiative «Deutschland Digital» großzügig vom US-Hauptquartier unterstützt wird, kommt nicht überraschend. Bereits auf der CeBIT 2015 hatte CEO Chuck Robbins gesagt, dass Deutschland hier die treibende Kraft werden könnte. Die bereitgestellten Mittel in Höhe von einer halben Milliarde Dollar für «Deutschland Digital» sollen vor allem in Innovation, Sicherheit und Bildung fließen. Unter dem Motto «Digitalisierung braucht Bildung» soll unter anderem in die Erst- und Weiterbildung von Berufsanfängern, in eine Lernplattform mit Partnern, in Partner-Akademien und in das für Deutschland entwickelte Lernmodell «IoT für Nicht-IT-Berufe» investiert werden. Zentral ist dabei die Cisco Networking Acadamy, die heute schon von rund 35.000 Menschen pro Jahr in Deutschland durchlaufen wird. Ziel sei es, die Zahl auf 80.000 zu erhöhen, wobei das Unternehmen auch die Potenziale erkannt hat, die der sogenannte «Flüchlingsstrom» bietet. «Wir wollen die Migranten gemeinsam mit der Bundesregierung fit machen», kündigt Gräfensteiner an.

«Die Digitalisierung kann uns überrollen wie ein Tsunami oder wie eine Welle, die ein Surfer reitet», so Gräfensteiner. Der Aus- und Weiterbildung sowie den Partner-Zertifizierungen komme dabei im Partnerprogramm eine besondere Bedeutung zu. Die größte Herausforderung für Partner und Unternehmen sei es aber, ausreichend Fachkräfte für den Weg in die Digitalisierung zu finden. 2020 werden in Deutschland rund 800 Millionen vernetzte Geräte erwartet, der globale mobile Datenverkehr werde sich bis dahin verneunfachen, rechnet Gräfensteiner vor. Industrie 4.0 soll bis 2025 rund 390.000 Jobs in Deutschland schaffen, andere werden möglicherweise wegfallen. 65 Prozent der Kinder heute würden künftig in Berufsfeldern arbeiten, die es derzeit noch gar nicht gibt, heißt es im Cisco Visual Networking Index von Februar 2016.

Die Partner sind der Channel-Chefin zufolge ein wichtiger Bestandteil der Innovationsstrategie: Stolz verweist sie auf über 400 CCIEs und 7.300 Spezialisten bei den deutschen Partnerunternehmen. Gemeint sind die Cisco Certified Internetwork Experts, der höchste Grad der Zertifizierungen, die ein einzelner Mitarbeiter erreichen kann. Um Ausbildung und Spezialisierung bei den Partnern zu fördern, habe Cisco Deutschland allein zwischen dem dritten Quartal 2015 und dem zweiten Quartal 2016 rund 150 technische Trainings mit 6.700 Teilnehmern durchgeführt und mit Blick auf Themen wie IoT und Sicherheit 316 neue Spezialisierungen geschaffen, so Gräfensteiner. Digitalisierung werde es nicht von der Stange geben, vielmehr werde man mit den Beteiligten jeweils spezifische Lösungen entwickeln müssen. Daher baue Cisco auf ein Ecosystem, in dem die Partner lernen, ihre jeweiligen Stärken zu bündeln, um gemeinsam statt gegeneinander zum Erfolg zu kommen, so das Fazit der Channel-Chefin.


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