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09.10.2013 | Distribution

Exklusiv-Interview

„Das ist vergleichbar mit einer Ehe“

Mitgründer Eberhard Macziol schied bei Fritz & Macziol aus. Wir sprachen mit Firmenchef Heribert Fritz über die Gründe und darüber, wie sich die Geschäfte beim Systemhaus nach einer Umsatzdelle im ersten Halbjahr entwickeln.


Von: Redaktion ChannelObserver

Heribert Fritz, Fritz & Macziol, im Interview mit ChannelObserver

Die Meldung sorgte in der Branche für Überraschung: Eberhard Macziol, Mitgründer der Systemhausgruppe Fritz & Macziol, verlässt die Unternehmensgruppe, hieß es vor einer Woche. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die künftige Führung der Gruppe scheide er nach gemeinsamer Abstimmung aus der Geschäftsführung aus, so die Firma in einer Mitteilung. „Wir hatten in den ersten zehn Jahren des Unternehmens eine sehr gute und vertrauensvolle Partnerschaft gepflegt. Doch die Firma hatte sich auch verändert: Es kamen beispielsweise neue Mitglieder in die Geschäftsführung. Darüber hinaus hatten wir ab dem Jahr 2000 elf Akquisitionen gestemmt. Da kann sich eine Beziehung schon mal etwas auseinander entwickeln. Das ist vergleichbar mit einer Ehe“, so Heribert Fritz, CEO Fritz & Macziol, im Gespräch mit ChannelObserver. Die Kunden des Systemhauses seien wegen dieser Personalie nicht irritiert gewesen. „Wir hatten nur zwei Nachfragen und das bei rund 2.000 Kunden. Die Kunden im Umfeld der Infoma, für die Eberhard Macziol ja tätig war, waren davon sicher mehr betroffen. Von vielen dieser Firmen wird er sich aber noch persönlich verabschieden. Unser Brand bleibt natürlich erhalten“, betont der Systemhaus-Chef. 

Dabei ist die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens wieder positiv: Mit einem Umsatz von 140 Millionen Euro lag Fritz & Macziol im ersten Halbjahr leicht unter dem Vorjahreswert von 150 Millionen Euro. „Im dritten Quartal liegen wir bereits wieder über Vorjahr und konnten aufholen. Wir gehen für das Gesamtjahr von einem leichten Umsatzwachstum im Vergleich zu 2012 aus.“ Akquisitionen sind dabei mittelfristig nicht geplant. „Wir konzentrieren uns vorerst auf ein organisches Wachstum und haben eine Phase der Konsolidierung eingeläutet“, führt Heribert Fritz aus. Dabei verweist der Manager auf das starke Wachstum in den vergangenen Jahren: So kamen alle zwölf Monate rund 100 neue Mitarbeiter zu Fritz & Macziol. Die Umsatzsteigerung lag bei rund 30 Prozent jährlich. Die Umsatzdelle im ersten Halbjahr erklärt der Firmenchef mit Konsolidierungsmaßnahmen. So seien die Töchter Stas und Neo in das Systemhaus eingegliedert worden. Das wirke sich künftig positiv auf die Bereiche Business Analytics beziehungsweise Mobile aus. „Diese Themen waren zuvor zu komplex angelegt. Jetzt verfügen wir über einen ganzheitlichen Ansatz.“

Zu einer weiteren positiven Entwicklung sollen auch die Geschäfte mit Cloud Computing beitragen. So legte dieses Segment innerhalb von einem Jahr um 50 Prozent zu. Allerdings sei die Ausgangsbasis auch klein gewesen, schränkt Fritz ein. An der grundsätzlichen Ausrichtung des Dienstleisters müssten keine Veränderungen vorgenommen werden: „Wir haben einen guten Mix aus Hardware, Software und Service. Alle drei Bereiche tragen rund ein Drittel zum Umsatz bei. In Segmenten wie beispielsweise Roll-Out oder im Desktop-Umfeld sind andere vielleicht besser aufgestellt. Wir fokussieren uns auf die Themen Lösungsgeschäft und Trusted Advisor“, so Fritz. 

 

 

 


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