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13.07.2013 | Cloud Computing

ChannelObserver-Interview

„Cloud made in Germany“ als neue Geschäftschance

Nach den Spähattacken bieten deutsche Cloud-Services gute Geschäftschancen für Systemhäuser. Wir sprachen mit NetApp-Manager Peter Wüst über die Cloud, Versicherungsvertreter und die Dropbox.


Von: Redaktion ChannelObserver

NetApp-Manager Peter Wüst im Gespräch mit ChannelObserver

Viele deutsche Kunden, besonders aus dem Mittelstand, machen sich nach den Abhörskandalen der deutschen Geheimdienste Sorgen um den Datenschutz. Das beobachtete bereits Bechtle-Chef Thomas Olemotz. Bei Cloud Computing spielt die Sicherheit der Daten bekanntermaßen eine entscheidende Rolle. IT-Systemhäuser und Service Provider, die ein Rechenzentrum in Deutschland betreiben, können derzeit von dem Standortvorteil profitieren. „Cloud Services made in Germany könnte ein neues Gütesiegel werden. Viele Kunden legen derzeit großen Wert darauf, dass das Rechenzentrum in Deutschland steht“, betont Peter Wüst, Director Strategic Pathways bei NetApp, im Gespräch mit ChannelObserver. Der Storage-Spezialist bietet mit der „Enterprise Dropbox“ seinen Partnern seit einigen Monaten einen Sync-and-Share-Service an. NetApp stellt dabei eine Referenzarchitektur aus Storage, Netzwerk und Software zur Verfügung, tritt aber selber nicht als Provider auf. Vier Service Provider, darunter die Frankfurter Claranet, bieten das Paket des Herstellers bereits an. „Die Enterprise Dropbox ist ein Cloud-Service, der wie ein Produkt vermarktet werden kann“, so Wüst.

Systemhäuser können das Paket über drei verschiedene Wege anbieten: Sie treten selbst als Provider auf und setzen die Referenzarchitektur ein. Oder sie vermeiden die Investitionen und konzentrieren sich auf die Vermarktung, indem sie mit einem Provider kooperieren. Die dritte Möglichkeit ist ein Bezug über die Distribution. VAD Arrows bietet mit „Sphere“ eine IT-Plattform an, die nach dem Amazon-Prinzip funktioniert. Provider stellen die Enterprise Dropbox ein und Systemhäuser können den Cloud-Service wie ein Produkt kaufen und mit einem Gewinn an den Endkunden weitervermarkten. 

„Viele Service Provider bauen sich derzeit einen eigenen Channel auf“, beobachtet der NetApp-Manager. So würden Unternehmen wie Freudenberg IT bereits einen Channel-Verantwortlichen beschäftigen. „Für den Verkauf von bestimmten Cloud-Services benötigt man nicht unbedingt einen IT-Background. Einige Provider haben für den Vertrieb sogar Versicherungsverkäufer eingestellt. Das kann auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel sein“, stellt Wüst fest. 

Mit „Data Protection as a Sevice“ hat NetApp bereits den nächsten Cloud-Service aus der Taufe gehoben. Das Backup beim Provider spare Kosten und Zeit. Der Kunde zahle nur für die Leistung, die er tatsächlich benötige, so Wüst. „Wie man auch immer zum Thema Cloud Computing steht: Ignorieren trifft nicht den Endkundenbedarf“, ist NetApp-Manager Wüst überzeugt.      


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