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30.04.2019 | Retail

Retail

Ceconomy: «Wir haben unser Potenzial nicht ausgeschöpft»

Ceconomy (Media Markt/Saturn) reagiert auf die schleppende Geschäfte mit einer umfassenden Restrukturierung. In einer Telefonkonferenz gibt der Konzern Details des Plans bekannt.


Von: Redaktion ChannelObserver

Ceconomy-CEO Jörn Werner

Ceconomy (Media Markt/Saturn) gab am Montag ein umfassendes Restrukturierungsprogramm bekannt. Ziel sei es, die jährlichen Sach- und Personalkosten um 110 bis 130 Millionen zu reduzieren. Die Zentral- und Verwaltungseinheiten der Holdinggesellschaften, von Media Markt/Saturn und der deutschen Landesorganisation sollen restrukturiert werden. Am Dienstag gab der Retailer in einer Telefonkonferenz weitere Details bekannt. Zunächst verdeutlichte Ceconomy-CEO Jörn Werner die derzeit schwierige Situation des Unternehmens: «Wir haben unser enormes Potenzial bislang nicht ausgeschöpft», konstatiert Werner. In der Vergangenheit sei es ausschließlich darum gegangen, ein möglichst grosses Sortiment zu einem möglichst günstigen Preis anzubieten. Das Kundenerlebnis habe dagegen bislang zu wenig im Mittelpunkt gestanden. Das vergangene Geschäftsjahr sei zudem «enttäuschend» verlaufen, die Profitabilität sei gesunken. Man hinke mittlerweile den Konkurrenten hinterher.

Die bestehenden Strukturen seien darüber hinaus nicht effizient. Die Verwaltungskosten seien gestiegen und würden mittlerweile 500 Millionen Euro pro Jahr betragen. Dementsprechend müsste die Verwaltung deutlich verschlankt werden. So sollen die Backoffice-Strukturen von Saturn und Media Markt miteinander verschmolzen werden, beide Brands sollen aber künftig bestehen bleiben. Es sei darüber hinaus nicht geplant, eine größere Anzahl von Flächenmärkten zu schließen, versichert Ferran Reverter, CEO der Media-Saturn-Holding GmbH. Die Optimierung von einzelnen Filialen sei Teil des täglichen Geschäfts und nicht Bestandteil der derzeitigen Restrukturierung.

Detaillierte Zahlen, wie viele Arbeitsplätze bei MSH in Deutschland abgebaut werden, wollte der Konzern in der Telefonkonferenz auch auf Nachfrage nicht nennen. Zuvor wurde in Medien von einer «mittleren dreistelligen Zahl» gesprochen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern würden jetzt «einige Monate» dauern, wie Ceconomy-CFO Karin Sonnenmoser ergänzt. In Ingolstadt beschäftigt der Retailer derzeit rund 3.000 Mitarbeiter, hinzu kommen 500 weitere Arbeitsplätze in München. Für das Gesamtjahr 2018/19 erwarte man trotz der Restrukturierung weiterhin ein «moderates Wachstum». 


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