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06.05.2013 | Distribution

Systemhäuser

Bechtle-Hauptaktionär investiert in Cancom

Karin Schick, Tochter von Bechtle-Gründer Gerhard Schick und Hauptaktionärin von Bechtle, investiert in den Konkurrenten Cancom. Gerüchte über einen Zusammenschluss machen die Runde.


Von: Redaktion ChannelObserver

Bechtle-Chef Thomas Olemotz: Bereitet der Hauptaktionär die Übernahme von Cancom vor?

Überraschung in der Systemhaus-Branche: Karin Schick sichert sich 10,15 Prozent am Systemhaus Cancom, wie Cancom in einer Pflichtmitteilung bekannt gab. Das Paket dürfte einen Wert von rund 17 Millionen Euro haben. Das Prekäre an der Situation: Karin Schick ist nicht irgendein neuer Investor. Sie ist die Tochter von Bechtle-Gründer Gerhard Schick und mit einem Anteil von 35 Prozent Hauptaktionärin von Bechtle. Und jetzt investiert sie in den direkten Konkurrenten. Bechtle ist mit einem Jahresumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro das zweitgrößte Systemhaus in Deutschland hinter Computacenter. Auf dem dritten Rang liegt bereits Cancom, allerdings mit einem deutlich geringeren Umsatz von 558,1 Millionen Euro. Dementsprechend machen bereits Übernahmegerüchte in der Branche die Runde. Der Kauf von 10,15 Prozent der Anteile sei erst der Anfang, munkelt man. 

Bechtle selbst verfolge mit dem Invest keine strategischen Ziele. „Es ist eine Entscheidung der Familie Schick über ihr Privatvermögen“, so Bechtle-Firmensprecherin Sabine Brand gegenüber ChannelObserver. Doch Karin Schick ist nicht nur Anteilseignerin, sondern auch Mitglied des Aufsichtsrats von Bechtle, was die Übernahmegerüchte weiter anheizt. Auch Bechtle hat diese Gerüchte vernommen, kommentiert sie aber nicht. Das Börsenmagazin financial.de vermutet bereits, dass die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass das Paket bei Karin Schick in dieser solitären Form allein nicht stehen bleibe.

Cancom war von dem Einstieg der Familie Schick „völlig überrascht“, so die Heilbronner Stimme. Bereits im Dezember 2012 sicherte sich die Elber-Beteiligungsgesellschaft mbH aus Regensburg einen Anteil in Höhe von 9,2 Prozent an Cancom. Mit dem Einstieg der Schick-Familie gibt es also für das Systemhaus den zweiten neuen Investor innerhalb von wenigen Monaten.


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